Weihnachten

© A. Prock (2012)










ALLERHEILIGEN - ALLERSEELEN


Mit Allerheiligen und Allerseelen beginnt das Winterhalbjahr.


Allerheiligen: Gedenkfest aller im christlichen Glauben gestorbenen Märtyrer

Allerseelen: Gedenkfest aller Toten


Schon im 9. Jh. wurde das Fest auf Anfang November gelegt. Vorher war dieses Gedenkfest an die Toten im Osterfestkreis angesiedelt.


Arme Seelen im Fegefeuer (Pfarrkirche Tulfes)Am Mittag des Allerheiligentages begann man in Tirol mit dem "Allerseelenausläuten". Die im Fegefeuer büßenden Seelen durften bis zum Gottesdienst des nächsten Tages die Stätte ihrer Strafe verlassen und auf die Erde zurückkehren. Durch dieses unheimliche Besuchsrecht der Toten entstanden einige eigenartige Bräuche. So war es lange üblich, dass man den Toten in der Nacht auf Allerseelen Essen auf den Stubentisch stellte. Gerne ließ man auch ein "Arme-Seelen-Licht" brennen und betete Rosenkränze. Die Armen Seelen stellte man sich körperlich vor. Zahllose Sagen berichten, dass in dieser Nacht die Gräber offen stehen und die Toten umgehen.


Um diesen Glauben der Wiederkehr der Toten geht es auch bei Halloween. Halloween stammt eigentlich aus Europa. Auch bei uns sind noch Reste davon zu finden, so etwa im sogenannten "Krapfenschnappern oder -bettlern" in Ost- und Südtirol. In der Nähe von Lienz etwa versammelt sich die Jugend nach dem Gräberbesuch an Allerheiligen. Jeder hat eine "Krapfenschnappe", das ist eine Tiermaske, die auf einer Stange befestigt ist. Der Kinnladen dieser Maske kann durch eine Schnur auf- und zugeklappt werden. Damit schnappt man nach den Krapfen, die bei den Hausbesuchen angeboten werden. In Pfunders in Südtirol verkleiden sich die Erwachsenen. Auffallend ist dabei eine weiße Stofflarve, die ihnen wirklich das Aussehen wandelnder Toter gibt - deutlich ist hier der Bezug zu den Armen Seelen.

Durch dieses Verkleiden, wie es ja aus Amerika bestens bekannt ist, will man die Armen Seelen nachahmen. Die verkleideten Kinder verlangen nach Äpfeln, Nüssen und Schleckereien.