© A. Prock (2012)
ANBETUNG DER KÖNIGE
Maria hält das Jesuskind auf dem Schoss, die drei Könige verbeugen sich vor dem Kind,
knien nieder oder stehen. Fast immer ist der Stern zu sehen, der sie begleitete und
ihnen die Richtung wies. Die Anwesenheit von Hirten und anderen Personen macht das
Ereignis zu einem großen Fest. Gerade das Gefolge der Könige kann sehr vielgestaltig
sein: Diener, Soldaten, Kamele, Affen, Hunde, Leoparden etc.
In der Bibel wird von den „drei Weisen“ gesprochen, nicht von Königen. Die Kunst stellt sie jedoch grundsätzlich als Könige dar, die auch als Symbolträger zu sehen sind. Meist handelt es sich um drei Männer verschiedenen Alters, welche die drei Lebensalter (Jüngling, junger Mann, Greis) verkörpern. Der älteste König kniet vor dem Jesuskind und hat seine Krone abgenommen, die auf dem Boden liegt. Sie können aber auch die Vertreter der damals drei bekannten Erdteile (Europa, Asien, Afrika) darstellen. Ein Hinweis darauf ist, dass einer von ihnen als Mohr auftritt, was in der Kunst um 1480 zu bemerken ist. Die drei Herren sind prächtig gekleidet und bringen Gaben in kostbaren Gefäßen mit.
Ihre Geschenke an das Jesuskind sind Gold, Weihrauch und Myrrhe. Gold gilt als Sinnbild des Königtums, Weihrauch als Sinnbild der Gottheit und Myrrhe als Sinnbild der Leidensgeschichte Christi. Myrrhe ist das Harz des Myrrhestrauchs und wurde zum Einbalsamieren der Toten verwendet. Die Namen Caspar (ältester), Melchior (jüngster) und Balthasar (Mohr) treten erstmals im 9. Jh. auf.
Nachdem im 4. Jh. das Fest der Geburt Christi vom 6. Jänner auf den 25. Dezember vorverlegt worden war, wurde in der Westkirche die Anbetung der Magier auf den 6. Jänner versetzt.
Die Bezeichnung „C+M+B“ bedeutet „Christus mansionem benedicat“ = „Christus segne dieses Haus“.
Der Evangelist Matthäus (Mt. 2,1-12) berichtet von drei Weisen aus dem Morgenland, die in Richtung Jerusalem zogen und nach dem neugeborenen König der Juden fragten. Sie wurden von einem Stern geleitet. Als König Herodes von diesem anderen König der Juden erfuhr, war er in heller Aufregung, sah er doch einen Rivalen in ihm. Er fragte seine Berater und das Volk, wo denn dieser neue König geboren worden sein soll. Sie antworteten, dass Bethlehem der Geburtsort sei, denn schon die alten Propheten hatten auf den neuen König, der über Israel herrschen werde, und auf dessen Geburtsort hingewiesen. Herodes schickte die drei Weisen weiter, und der Stern geleitete sie nach Bethlehem und blieb über der Geburtsstelle Jesu stehen. Die drei Weisen traten ein, fielen vor dem Kind nieder und huldigtem ihm. Sie brachten als Geschenke Gold, Weihrauch und Myrrhe mit. In einem Traum wurde ihnen angewiesen, nicht mehr zu Herodes zurückzukehren. (Mt. 2,1-12)