© A. Prock (2012)
DAS FEST DER HEILIGEN DREI KÖNIGE (6. JÄNNER)
Die Kirche feierte über Jahrhunderte den Jahresbeginn an "Epiphanias" (6. Jänner,
Dreikönigstag), an dem Tag, an dem Jesus in den Wassern des Jordans getauft worden
sein soll. Sie konnte sich jedoch mit diesem Datum nicht durchsetzen, wenn auch im
bäuerlichen Leben der Dreikönigstag bis ins 20. Jh. als festlicher Jahresanfang galt.
Ganz wichtig an diesem Tag war der Kirchgang. Der Pfarrer weihte das Wasser, das
die Bauern in die Kirche brachten. Mit diesem "Dreikinigswasser" wurden nach dem
Kirchgang die Felder abgegangen und besprengt, dass alles gut und reichlich gedeihen
möge. Gelegentlich wurde auch der Sprengbesen im Stall aufbewahrt, in die Erde gesteckt
oder auf einen Baum gehängt.
Am bekanntesten ist wohl das "Sternsingen", mit dem etwa seit dem 16. Jh. die offiziellen Segenswünsche überbracht werden. Mit geweihter Kreide wird C+M+B an die Türen oder Fenster geschrieben, oft fälschlich als Caspar, Melchior und Balthasar - die vermeintlichen Namen der drei Könige - interpretiert. Die drei Buchstaben bedeuten "Christus Mansionem Benedicat" (Christus schütze dieses Haus). Manchmal malt man nur drei Kreuze auf. Heute ziehen Jugendliche der Katholischen Jungschar oder Ministranten verkleidet als die Heiligen Drei Könige von Haus zu Haus und sammeln für karitative Zwecke.